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Schouml;ner Südwesten

Kreuzspinnen


Letzte Aktualisierung: 15.02.2013

Kreuzspinnen sind hierzulande wohl die bekanntesten Spinnen. Die großen, kräftigen Tiere, auf die man im Hochsommer allerorten trifft, haben eine nur wenig versteckte Lebensweise. Die Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus) steht dabei stellvertretend für diese Spinnenfamilie und man kann fast sagen, sie ist das Sinnbild der Spinne. Vermutlich haben die meisten Menschen diese Radnetzspinne vor dem geistigen Auge, wenn das Wort Spinne fällt. Und viele stellen sich die Frage: ist sie gefährlich?

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Wespenspinne im Netz Die markante Kreuzzeichnung gab der Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus) ihren Namen.

Wer Kreuzspinne sagt, der meint meistens die Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus)(1). Im Hoch- und Spätsommer ist sie leicht zu finden. Bei einem Spaziergang entlang eines Waldweges braucht man nur den Blick in den Grasbewuchs des Wegrandes zu werfen und bald schon wird man eine Kreuzspinne entdecken. Hier im knie- bis hüfthohen Gras bauen die meisten Exemplare ihr Netz. Von Juli bis September fallen die Tiere immer mehr auf und man bekommt den Eindruck, dass sie immer größer werden. Beachtliche Exemplare können schließlich in den Netzen hängen. Satt daumennagelgroß kann der voluminöse Hinterleib werden, der die namensgebende Kreuzzeichnung trägt. Das Kreuz ist das wohl auffallendste Merkmal dieser Spinnenart. Es handelt sich dabei nicht um ein durchgehendes Kreuz, sondern um mehrere Einzelsegmente, die auf dem Hinterleib eine Kreuzzeichnung ergeben. Die Grundfärbung der Tiere kann stark variieren. Orange Farbtöne gibt es ebenso wie bräunliche oder gar ins schwarze abgleitende Färbungen. Das charakteristische Kreuz aber bleibt, auch wenn es in der Art der Ausprägung individuell schwanken kann.

Nach obenFortpflanzung

Kreuzspinnenweibchen bewacht ihre Eier
Ein Kreuzspinnenweichen bewacht ihre Eier - sorgsam in einen Seidenkokon eingesponnen.

Bei den stattlichen Exemplaren handelt es sich um Weibchen. Die Männchen sind alles in allem kleiner und schmaler geraten. Sie bauen, sobald sie geschlechtsreif geworden sind, auch keine Netze mehr. Statt dessen ziehen sie umher und suchen sich ein paarungswilliges Weibchen. Haben sie ein entsprechend besetztes Netz gefunden, dann halten sie sich in dessen Nähe auf, spinnen einen Faden zum Netzrand und versuchen durch zupfende Bewegungen die Aufmerksamkeit des Weibchens zu erlangen. Das kann eine Weile dauern, doch unverdrossen versucht das Männchen sein Glück und zupft weiter. Hat das Weibchen Interesse, wird es sich dem Balzfaden nähern. Die eigentliche Paarung dauert nur wenige Sekunden (2).

Nach obenLebensraum und Jagd

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Die Gartenkreuzspinne findet man in Gärten und in Wäldern (3), gerne an lichteren Wegrändern. Sie spinnt dort ihre zum Teil recht großen Netze, die manchmal auch zwischen dem Geäst von Sträuchern in Mannshöhe angebracht werden. Die Spinne hält sich entweder im Netz auf oder an dessen Rand, wobei sie mit einem Bein Kontakt zum Netz hält, um schnell reagieren zu können, wenn sich Beute in ihrem Netz verfängt. Dabei reagiert sie nicht auf jede Erschütterung gleich. Ganz kleine Insekten werden schon mal ignoriert, bei größeren wartet sie auch ab, ob sich das Tier wieder befreien kann, was durchaus öfter passiert als wie man glauben möchte. Von dem was dann gebissen, eingesponnen und gefressen wird, bleibt am Ende der Mahlzeit nur ein kleiner zerkauter Brocken übrig.

Video: Der Netzbau der Garten-Kreuzspinne

Nach oben Sind Kreuzspinnen gefährlich?

Sind Kreuzspinnen gefährlich oder gar giftig? Die Frage ist relativ schnell zu beantworten: aus der Sicht eines Insekts durchaus, für den Menschen allerdings nicht so richtig. Auf der Webseite der Toxikologischen Abteilung der II. Medizinischen Klinik der Technischen Universität München (4) findet man die Gartenkreuzspinne in der Rubrik "Ungefährliche Spinnen ohne Algemeinsymptomatik" gelistet und zwar mit den Symptomen "starke Schwellung + Schmerzen im Bissbereich"(5) .

Die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt zu einem Unfall mit einer Kreuzsspinne kommen kann, erscheint mir sehr gering. Meine Erfahrungen mit Kreuzspinnen sind bisher alle harmlos. Ich habe schon mehrfach Kreuzspinnen gefangen oder auch mal versucht ein Exemplar mit einem Stöckchen von links nach rechts zu dirigieren. Noch keine sprang mich an, um mich Mores zu lehren, das Gegenteil war der Fall, entweder hat sich das Tier überhaupt nicht daran gestört und blieb hartnäckig an Ort und Stelle, oder es hat sich aus dem Netz Richtung Boden abgeseilt und war nicht mehr gesehen. Aggressives Verhalten, wie man es von anderen Spinnen durchaus kennt, habe ich noch nicht erlebt.

Kinder insbesondere Kleinkinder, die aus Neugier oder spielerisch nähere Bekanntschaft mit einer Kreuzspinne zu machen versuchen, sie in die Hand nehmen und vielleicht drücken, sind sicherlich eher bissgefährdet.

Was also tun, wenn es dann doch passiert ist?

Das Universitätsklinikum Bonn (6) bezieht auf seiner Webseite eindeutig Stellung und schreibt, dass eine Behandlung nicht erforderlich sei. Ein Kreuzspinnenbiss sei in seiner Wirkung maximal mit einem Wespenstich vergleichbar. Allergiker müssen natürlich vorsichtiger sein.

Nach obenWeitere Kreuzspinnen

Zu der Familie der Kreuzspinnen gehören noch weitere interessante Arten. Da ist beispielsweise die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica), die ihr Netz gerne an Zaun- bzw. Weidenpfählen baut und sich in schmalen Spalten aufhält. Sie verfügt über die erstaunliche Fähigkeit, ihren Hinterleib aktiv einziehen zu können.

Ebenfalls recht einfach zu finden ist die Brückenkreuzspinne (Larinioides sclopetarius) . Es reicht aus, wenn man sich in der Nähe von Brücken, die über Bäche oder kleiner Flüsse führen, ein wenig umschaut. Findet man hier ein größeres Radnetz, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Brückenkreuzspinne.

Folgen

Ebenfalls recht häufig, wenn auch nicht so auffallend, ist die Sektorenspinne (Zygiella x-notata). Spätestens wenn man in seinem Garten einen Geräteschuppen hat, ist es recht wahrscheinlich, das sich in einem Winkel ein Netz befindet, bei dem es auf den ersten Blick so aussieht als sei das Radnetz unvollständig gebaut worden und die Spinne hätte einen Sektor vergessen. Tatsächlich entdeckt man in diesem ausgesparten Bereich einen einzelnen Faden. Dieser Faden führt zu dem Schlupfwinkel der Sektorenspinne, die anhand des Signalfadens erkennen kann, was sich in ihrem Netz so tut.

Als Letztes sei noch die auffallende und in den letzten Jahren zunehmende Wespenspinne erwähnt. Die große Spinne verleitet gerne mal zu dumm reißerischen Schlagzeilen , sie ist aber ebenfalls nicht gefährlich.

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