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Wie viele Beine haben Spinnen?


Letzte Aktualisierung: 11.02.2019

Grundsätzlich haben Spinnen acht Beine. Manchmal könnte man aber meinen, es wären zehn oder gar nur sechs. Wie kommt das?

Eindeutig erkennbar: Die Kräuseljagdspinne hat acht Beine.
Eindeutig erkennbar: Die Kräuseljagdspinne hat acht Beine.

Gibt es Spinnen mit zehn Beinen?

Spinnen haben acht Beine, vier an jeder Seite. Neben ihren Beinen verfügen Spinnen noch über zwei weitere Fortsätze, den Pedipalpen (Kiefertaster). Bei einem flüchtigen Blick, könnte man sie ebenfalls für Beine halten, da sie im Körperbau eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen und schlussendlich nur aus weniger Segmenten bestehen als ein Bein. Dann käme man beim Zählen irrigerweise auf zehn Beine. Die Pedipalpen werden jedoch häufig zum Betasten und manipulieren der Beute verwendet (1), nicht zum Laufen. Zumindest stimmt das für die meisten Spinnen. Junge und weibliche Vogelspinnen bilden hingegen eine Ausnahme, sie benutzen die Pedipalpen tatsächlich noch zum laufen (2).

Bei den männlichen Spinnen übernehmen sie zusätzlich noch eine wichtige Rolle bei der Paarung.

Labyrinthspinne: Pedipalpen
Bei flüchtigem Hinsehen könnte man meinen, es handelt sich bei den Fortsätzen unterhalb der Augen um Beine. Das ist aber falsch. Es handelt sich hierbei um die sogenannnten Kiefertaster (Pedipalpen). Auf dem Bild betastet die Labyrinthspinne gerade ihre Beute.

Nach obenAutotomie - oder gibt es Spinnen mit 6 Beinen?

Man kann natürlich auch Spinnen mit weniger wie acht Beinen vorfinden. In diesem Fall hat die Spinne die fehlenden Beine jedoch verloren. Dabei ist es durchaus möglich, dass sie diesen Verlust aktiv herbeigeführt hat. Wobei aktiv in diesem Sinne meint, dass nach Erfolgen eines entsprechend großen Reizes die Spinne ihr Bein abstößt, um es los zu werden. Die Abstoßung erfolgt i.d.R. an der Hüfte (Coxa) (3). An dieser Stelle des Körpers befindet sich eine Art Sollbruchstelle, die die Abtrennung erleichtert.

Nur warum tut sie das? Die Gründe können vielfältig sein. So kann der Reiz beispielsweise dadurch ausgelöst werden, dass das Bein von irgendetwas festgehalten wird, oder aber bei der Häutung geht etwas schief, und die Spinne kann das Bein nicht aus der Exuvie (= der alten Haut) lösen (4). Bei Webspinnen beobachtete man beispielsweise, dass sie innerhalb von Sekunden ihr Bein abstoßen können, wenn sie von einer Wespe oder einer Biene gestochen wurden. Das kann dann passieren, wenn sich ein solches Insekt in einem Spinnennetz verfangen hat und sich nun gegen die attackierende Spinne zu Wehr setzt. Mit dem Abwerfen des Beines verhindert die Spinne, dass das Insektengift sich in ihrem Körper ausdehnen kann (5).

Wieso verblutet die Spinne aber nicht? An der Sollbruchstelle bewirken spezielle Muskeln einen schnellen Wundverschluss. Daher kann der Verlust des Beines an einer anderen Stelle auch zu einem größeren Blutverlust führen (6).

Das nun wirklich Spannende aber ist, dass Spinnen, die noch nicht ausgewachsen sind, die also noch nicht die letzte Reifehäutung hinter sich haben, diesen Verlust wieder wettmachen können. Der Vorgang wird als Regeneration bezeichnet (7). Verbleibt genug Zeit bis zur nächsten Häutung, dann kann das Bein entweder vollständig nachwachsen, oder es bedarf ggf. einer weiteren Häutung, bis das verlorene Bein wieder vollständig ersetzt wird.

Die Sinneshaare auf den Beinen einer Spinne spielen auch eine zentrale Rolle beim „Hören“ und „Riechen“ und „Schmecken“.


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