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Wie fressen und verdauen Spinnen? – Die Nahrungsaufnahme der Spinnen


Letzte Aktualisierung: 29.09.2020

Ein weiteres Faszinosum der Spinnen ist ihre Nahrungsaufnahme. Sie verdauen ihre Beute weitgehend außerhalb ihres Körpers und saugen erst anschließend den verflüssigten Nahrungsbrei ein.

Diese Krabbenspinne hat eine Biene gefangen. Krabbenspinnen zerkauen ihre Beute nicht. Der Bienenkörper wird weitgehend intakt bleiben.
Diese Krabbenspinne hat eine Biene gefangen. Krabbenspinnen zerkauen ihre Beute nicht. Der Bienenkörper wird weitgehend intakt bleiben.

Spinnen fangen ihre Beute auf unterschiedliche Weise. Am einfachsten kann man das Jagdverhalten von Netzspinnen beobachten. Hier wiederum bieten sich Kreuz– oder Baldachinspinnen an, da sie einfach zu finden sind. Beide Familien bauen Netze. Gerät ein Insekt in das Netz läuft die Spinne hinzu und platziert entweder einen Giftbiss oder macht es durch das Einspinnen in ein dichtes Seidengewebe bewegungsunfähig. Nachdem die Beute eingewickelt wurde, muss es im Anschluss aber nicht zwingend zum Giftbiss kommen. Es kann auch – bei guter Nahrungslage – zu einer Art lebender Vorratshaltung kommen. Mit etwas Geduld kann man anschließend auch den Fressvorgang beobachten.

Nach obenMythos – blutsaugende Spinnen

Spinnen haben eine sehr interessante Art, ihre Beute zu fressen. Wenn eine Spinne mit dem fressen fertig ist, dann bleibt entweder ein kleiner kaum noch als Insekt zu erkennender Klumpen oder ein anscheinend wenig verändertes Beutetier übrig. Letzteres hat vielleicht dazu geführt, dass man früher gedacht hat, Spinnen saugen ihren Beutetieren nur das Blut aus. Das ist aber falsch. Stattdessen ist es viel faszinierender.

Nach obenDie Außenverdauung oder Extraintestinale Verdauung bei Spinnen

Soweit mir bekannt ist, erbrechen alle Spinnen einen Verdauungssaft über oder in ihre Beute. Die körpereigene Flüssigkeit löst die Weichteile des Beutetieres zu einem flüssigen Nahrungsbrei auf. Diesen Vorgang nennt man extraintestinale Verdauung (1)oder Außenverdauung, denn dieser Nahrungsbrei ist bereits weitgehend vorverdaut.

Video: Wie fressen Spinnen ?

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Der Brei wird anschließend durch den recht kleinen und engen Mund eingesogen und dabei noch einmal gefiltert. Die Mundöffnung liegt nämlich zwischen den behaarten Maxillen. Zu grobe Teile gelangen dabei nicht in den Körper und bleiben an den Härchen hängen (2), (3)). Diese Teilchen müssen irgendwann von dort wieder weg, auch dass kann man leicht beobachten: Wenn die Spinne ihre Palpen oder Beine durch die Cheliceren zieht, putzt sie sich gewissermaßen die Zähne.

Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass durch diese extraintestinale Verdauung kaum „unverdaubare Nahrungsbestandteile“ anfallen und „somit […] nur wenige Exkremente abgesetzt“ werden (4).

Man kann das sogar selbst beobachten. In dem Film in dem eine Baldachinspinne ein Insekt frisst kann man sehen wie eine Flüssigkeit zwischen den Cheliceren (Kieferklauen) der Spinne austritt (Minute 2:28).

Zumindest bei den Spinnen, die eine annähernd unbeschädigte Hülle hinterlassen, wirkt die Annahme, sie sauge nur das Blut aus, noch plausibel. Laut Foelix (5) hängt das, was am Ende des Fressvorgangs von der Beute übrig bleibt, davon ab, ob Chelicerenzähne vorhanden sind oder nicht. Als Cheliceren bezeichnet man die Kieferklauen, jenes Körperteil also, in dem sich auch die Giftklaue befindet. Manche Spinnenarten haben an diesem Klauen Zähnchen (beispielsweise die Kreuzspinnen), andere wie die Krabbenspinnen haben diese nicht. Diejenigen Spinnen, die an den Cheliceren keine Zähnchen haben, injizieren den Verdauungssaft über kleine Löcher in die Beute. Zum Schluss bleibt eine hohle Hülle zurück bei der die meisten inneren Organe oder Muskeln vorverdaut und abgesaugt wurden (6).

Spinnen mit Chelicerenzähnen zerkauen wenn man so will ihre Beute. Die Beute wird zwischen den Kieferklauen festgehalten, die Spinnen drehen und wenden ihre Beute wiederholte Male und walken sie damit immer wieder durch.

Am Ende der Nahrungsaufnahme ist aus der großen Fliege, die die Kürbisspinne gefangen har, nur noch ein kleiner Klumpen übrig geblieben.


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