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Schouml;ner Südwesten

Krabbenspinnen


Letzte Aktualisierung: 15.02.2013

Eine Krabbenspinne sitzt auf einer Blüte. Ihre Vorderbeine sind weit ausgestreckt. Geduldig wartet sie auf ihre Beute. Krabbenspinnen sind Lauerjäger. Eine Biene landet. Plötzlich kommt Bewegung in die Spinne. Blitzschnell wird die Biene ergriffen, der Giftbiss in den Nacken platziert. Es kehrt wieder Ruhe ein. Die Biene verendet schnell. Die Krabbenspinne kann ihr Mahl genießen.

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Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) mit erbeuteter Biene.

Krabbenspinnen sind außergewöhnliche Spinnen. So außergewöhnlich, dass es auch einem Laien leicht fällt, eine Krabbenspinne als Krabbenspinne zu erkennen. Ihre vorderen beiden Beinpaare sind deutlich länger als die beiden hinteren. Aber nicht nur das, sie sind auch kräftiger und werden zur Jagd weit abgespreizt vor dem Körper gehalten. Diese Stellung ähnelt der eines Menschen, der einen anderen mit ausgebreiteten Armen willkommen heißen und umarmen will, und genau das ist auch die Absicht der Krabbenspinne. Die Umarmung endet allerdings tödlich. Diese Art der Beinstellung lässt einen weiteren Schluss zu, nämlich den, das Krabbenspinnen keine Netze bauen und auch nicht ihre Beute laufend erlegen. Nein, es sind Lauerjäger, zumindest die überwiegende Mehrheit von ihnen.

Nach obenDie Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)

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Viele Krabbenspinnen sind zudem ortstreu, sie sitzen an einer Stelle und warten, das ein Beutetier vorbeikommt. Misumena vatia – die Veränderliche Krabbenspinne – ist eine der bekanntesten Krabbenspinnen. Vom Frühsommer bis in den Hochsommer kann man kann sie relativ einfach in Wiesen auf Blüten finden. Das Faszinierende daran ist, dass sie dabei ohne jegliche Tarnung auf der Blüte sitzt. Die Veränderliche Krabbenspinne hat ihren Namen, weil sie in der Lage ist, ihre Körperfarbe bis zu einem gewissen Grad dem Untergrund, auf dem sie sitzt, anzupassen. So findet man unterschiedlichtst gefärbte Exemplare, wobei die Farbvarianten von weiß bis nach gelb gehen.

Bienen spielen bei ihrer Ernährung eine wichtige Rolle. Nähert sich nun eine Biene der Blüte, landet und schaut sich um, so erkennt sie die offen auf der Blüte sitzende Krabbenspinne nicht – oder zumindest nicht die Gefahr, die von ihr ausgeht. Diese jedoch nimmt die Bewegung wahr, korrigiert ihre Körperhaltung in Richtung Biene, die Beine zum Willkommensgruß weit geöffnet und wartet weiter ab. Die Biene bemerkt die Krabbenspinne selbst dann nicht, wenn sie sich ihr noch weiter nähert. Sie hat jetzt nur noch eine Chance zu entkommen, wenn sie sich spontan für eine andere Blüte entscheidet. Tut sie es nicht und nähert sich der Spinne, bis sie in Reichweite ist, dann kommt plötzlich Bewegung in die gerade noch starr dasitzende Krabbensinne. Das Insekt wird gepackt und der Giftbiss angebracht. Die stachelbewährte Biene hat keine Chance.

Nach obenSeitwärtsgang

Männliche Krabbenspinne
Männliche Krabbenspinne

Das Leben auf einer Blüte bringt aber nicht nur einträgliche Beute ein, sondern ist auch nicht ganz ungefährlich. Die exponierte Stellung birgt das Risiko, das Fraßfeinde auf die Spinne aufmerksam werden. Die Evolution hat den Krabbenspinnen daher einen guten Gesichtssinn mitgegeben und den Hang, sich schnell zu verdrücken. Ihre Fähigkeit seitwärts wie Krabben laufen zu können, ermöglicht ihnen blitzschnell unter der Blüte, auf der sie gerade noch gesessen sind, zu verschwinden. Eine Eigenart, die manchmal ziemlich lästig sein kann, will man eine Krabbenspinne genauer beobachten oder fotografieren und lässt dabei nicht die notwendige Sorgfalt walten.

Nach obenKämpfende Krabbenspinnen

Eine ebenfalls faszinierende Eigenschaft sind die sogenannten Kommentkämpfe (1). Männliche Krabbenspinnen streifen auf der Suche nach einem paarungswilligen Weibchen umher. Stoßen sie dabei auf Männchen der gleichen Art, kommt es zu einer Auseinandersetzung. Bei diesem ritualisierten Kampf stehen sich die Männchen gegenüber, spreizen die Beine ab stoßen dabei vor und zurück. In dem interessanten Buch „Der Kosmos Spinnenführer“ von Heiko Bellmann (2) beschreibt der Autor dieses Verhalten bei der Grünen Krabbenspinne (Diaea dorsata).

Folgen

Manchmal beobachtet man eine weitere merkwürdige Erscheinung. Nicht selten findet man beispielsweise die Veränderliche Krabbenspinne wie sie eine Biene in ihren Cheliceren hält und an ihr frisst. Auf der Biene und auch auf der Krabbenspinne krabbeln dabei etliche Fliegen herum. Die Krabbensinne scheint das nicht zu stören, selbst dann nicht, wenn man die Spinne vor lauter Fliegen fast nicht mehr sieht. Bei den Fliegen handelt es sich um Nistfliegen (Desmometopa sp.) (3) - kleine Fliegen, die sich an der Beute der Krabbenspinne beteiligen.

Video: Krabbenspinne bedeckt von Nistfliegen

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