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Braune Käfer auf gelben Blüten


Letzte Aktualisierung: 05.11.2021

Manchmal staunt man nicht schlecht. Da spaziert man im Mai einen Waldweg entlang und wirft einen Blick auf den gelben Blütenmeerteppich am Wegrand und stutzt. In fast allen Blüten tummeln sich kleine, hell braune Käfer. Und nicht, das es in jeder Blüte nur ein Käfer wäre, nein in manchen Blüten sind so viele Exemplare vorhanden, dass sie fast keinen Platz mehr finden und übereinander krabbeln. Was genau ist hier los?

Der Großäugige Himbeerkäfer (<i>Byturus ochraceus</i>)
Der Großäugige Himbeerkäfer (Byturus ochraceus) © Marko Leson

Nach obenBlütenfresser

Wenn man sich herunterbeugt und versucht zu ergründen, was die Tierchen da machen, dann muss man schon genau hinsehen, denn mit ihren 3-4 maximal 5 mm Größe ist es nicht ganz so einfach zu erkennen, was die Käfer gerade tun.

Zunächst fällt auf, dass das nichts damit zu tun hat, das sie – ähnlich wie Bienen oder Schmetterlinge - mit einem langen Rüssel versuchen Nektar zu naschen. Eher im Gegenteil. Es wirkt, als fressen sie an der Blüte. Und genau das tun sie auch: Sie fressen Blütenteile und Pollen(1). Von dieser Eigenart her rührt auch der deutsche Name Blütenfresser, den man der Familie der Byturidae gegeben hat. Eine andere Bezeichnung ist Himbeerkäfer und tatsächlich werden die beiden einzigen Vertreter dieser recht artenarmen Familie in Deutschland Großäugiger bzw. Kleinäugiger Himbeerkäfer genannt(2).

Nach obenGroßäugiger Himbeerkäfer

Im Film sieht man den Großäugigen Himbeerkäfer (Byturus ochraceus), der anders als der Kleinäugige nun gar nichts mit Himbeeren zu tun hat. Man findet ihn in der Regel auf gelbblütigen Pflanzen wie dem Hahnenfuß im Film oder auf der Echten Nelkenwurz an der die Eier abgelegt werden und die Larven sich entwickeln. Die Verpuppung findet im Boden statt. Im April bis Mai machen die gerade geschlüpften Käfer einen Reifefrass, den wir im Film beobachten können. Zu dieser Zeit lassen sich recht problemlos größere Mengen Käfer finden, die sich auf gelben Blüten tummeln.

Großäugiger Himbeerkäfer (Byturus ochraceus)

Link führt zu YouTube.com

Nach obenKleinäugiger Himbeerkäfer

Der Kleinäugige Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) sieht kaum anders aus als der „große“ Bruder. Er bevorzugt allerdings die Blüten der Him- und Brombeeren(3). Dadurch tritt er als gärtnerischer Schädling in Erscheinung. Der erwachsene Käfer frisst zunächst an den Knospen, und legt anschließend seine Eier in den Blüten ab. Die Larve wird Himbeermade genannt und entwickelt sich in der Frucht (4).

Wie unterscheidet man nun die beiden Arten?

Da die beiden Arten unterschiedliche Blüten in der Regel besiedeln, kommt der interessierte Laie nicht so schnell in die Verlegenheit, eine Differentialdiagnose machen zu müssen. Aufgrund des Namens ist es klar, dass die Augen unterschiedlich groß sein müssen. Wenn man das vernünftig erkennen will, bräuchte man schon eine gute Lupe. Laut Wikipedia (5) ist „beim Blick senkrecht auf die Stirn“ vom Großäugigen Himbeerkäfer „anders als bei Byturus tomentosus der Längsdurchmesser der Augen deutlich größer als der halbe Abstand der inneren Augenränder“.

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