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Schouml;ner Südwesten

letzte Aktualisierung: 26.02.2012

Trockenmauern selber bauen


Nach obenBauhinweise für eine einfache Mauer im Garten

Eine Trockenmauer zu bauen, kann eine anstrengende Angelegenheit werden. Abgesehen davon, dass man mit Handarbeit die Steine aufsetzen muss, müssen selbige auch noch an Ort und Stelle gebracht werden. Die Arbeit ist daher nicht nur anstrengend sondern auch nicht unbedingt ganz einfach.

Grundsätzlich sollte man sich zuvor überlegen, welche Funktion die Mauer zu erfüllen hat. Eine Mauer deren Stützfunktion wirklich relevant ist – beispielsweise an einer Strasse – oder die höher wie einen Meter werden soll, muss von Fachleuten aus dem Galabau (Garten- und Landschaftsbau) errichtet werden.


Ausgesprochen sinnvoll ist es, sich zuvor ein wenig handwerkliches Know How anzueignen. Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist der Verein für Umweltbildung und Naturerfahrung e.V. ARANEUS ansässig. Der Verein veranstaltet Kurse, die die Grundlagen im Trockenmauerbau vermitteln (1).

Trockenmauer bedeutet zunächst, dass Steine aufeinandergeschichtet werden, ohne dass ein Bindemittel verwendet wird. Nun werden die Steine aber nicht einfach wahllos übereinander geschichtet in der Hoffnung, dass das alles schon irgendwie stabil sein wird. Es gibt ein paar Prinzipien, die man dabei durchaus beachten sollte.

Grundsätzlich können Trockenmauern auch frei in der Landschaft aufgebaut werden, nachfolgend wird allerdings nur das Grundprinzip der Trockenmauer zur Sicherung eines Hanges geschildert.

Nach obenFundament

Das Fundament wird im gewachsenen Boden errichtet. Dazu wird mindestens eine 15 cm tiefe Schicht ausgekoffert und diese mit einer Schicht kleiner Steinen ausgelegt. Die Schicht muss eng mit dem Boden verzahnt werden und wird daher eingestampft. Auf dieses Fundament wird die erste Gesteinsschicht gelegt. Hat man zum Bau unterschiedlich dimensionierte Steine zur Verfügung, dann werden sinnvollerweise die größten und schwersten verwendet. Das hat zum einen Vorteile für die Stabilität zum anderen für den eigenen Rücken, da diese nicht mehr hochgewuchtet und verbaut werden müssen. Das Fundament sollte waagerecht ausgerichtet sein und nach Möglichkeit aus einer gleich hohen Gesteinsschicht bestehen.

Nach obenFugen

Kreuz- und Stossfugen Fängt man mit dem Mauern an, dann sind für das Setzen der Steine ein paar einfache Grundregeln zu beachten, die auch in der zuständigen DIN Norm 1053-1 (2) geregelt werden.

Vermieden werden sollten Kreuzfugen und Stoßfugen (rot markiert in nebenstehender Grafik), die über mehr als zwei Schichten gehen. Grundsätzlich sollten Fugen so eng wie möglich ausgeprägt sein.

Die Steine sollten sich daher immer überlappen. Die Überlappung sollte deutlich sein und nicht nur ein wenig. Sie sollten auch möglichst plan aufeinander liegen. Je nach Ausgangsmaterial ist das mehr oder weniger schwierig zu erreichen. Wer sauber behauene bzw. gebrochene Steine verarbeitet, der hat es da deutlich leichter als derjenige, der seine Mauer hauptsächlich mit Bruchsteinen unterschiedlichster Ausprägung zusammenbaut.

Senkrechter Stein in Trockenmauer Steine werden waagerecht und nicht senkrecht verbaut. Der rot markierte Stein in der Grafik zeigt die bautechnische Sünde.

Es ist wichtig zu beachten, dass auch beim Setzen der großen Steine die kleineren Steine eine sinnvolle Verwendung finden. Man benutzt sie, um entstehende Hohlräume zu füllen und verwendet sie als Zwicker bzw. Keil, die den verbauten Läufer am kippeln hindern bzw. unter Spannung setzen, so dass er ohne zu wackeln zum liegen kommt. Dieser Zwicker sollte nicht von vorne sondern von hinten gesetzt werden. Beim Verlegen der Steine sollten verbleibende Hohlräume klein sein und mit kleineren Steinen gefüllt werden.

Den richtigen Stein zu finden, der auf den gerade zu mauernden Abschnitt passt kann dann schon in Puzzlearbeit ausarten und man sollte sich für diese Arbeit unbedingt Zeit nehmen und nicht erwarten, das man einen schnellen Arbeitsfortschritt hat.

Die Steine werden „gesetzt“ oder „gelegt“ niemals geworfen, da sich sonst die darunter liegenden Steine wieder lockern können.

Läfer und Binder Die längs verbauten Steine werden als Läufer bezeichnet, die quer verbauten Steine dagegen als Binder. Diese sollte man auf keinen Fall vergessen, geben sie dem Mauerwerk doch die notwendige Stabilität.

Die eben bereits angesprochene DIN verlangt, dass jeder dritte Stein als Binder eingesetzt werden soll (3).

Nach obenHinterfütterung

Hinterfüterung Unterschätzen darf man den unsichtbaren Teil der Mauer nicht. Hinter dem Blendwerk werden all die Steine verbaut, die sich nicht für den sichtbaren Teil eignen. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht das Prinzip. Die Betonung liegt auch hier auf „verbaut“, denn es handelt sich nicht um ein einfaches abkippen der Steine sondern ebenfalls um ein aufschichten und verklemmen. Naturgemäß entstehen hier deutlich mehr Hohlräume, was aber auch nicht verkehrt ist. Die Hinterfütterung übernimmt eine wichtige stützende und drainierende Funktion. Die Breite der HinterfüterungHinterfütterung entspricht der Breite des Mauerwerks. Dass man nicht zuerst die Mauer hochzieht und anschließend die Hinterfütterung baut, leuchtet ein, da man sonst schon aus rein praktischen Gründen einen sinnvollen Aufbau der Hinterfütterung nicht mehr erreichen kann. Hinterfütterung und Mauerwerk werden daher gleichzeitig hochgezogen.

Die Mauer wird insgesamt zum Hang hin geneigt (Anlauf). Neigungen von 10 -16% sind durchaus üblich. Für kleinere Gartenmauern, die weniger wie einen Meter hoch sind, kommt man auch mit einem geringeren Anlauf aus.

Nach obenMauerkrone

Zum Schluss wird die Mauerkrone gesetzt. Die vorletzte Steinreihe sollte nicht aus zu leichten Steinen bestehen, so dass man beim Betreten nicht die Reihe in Bewegung versetzt. Der Abschluss wird dann mit flachen Steinen gebaut.

Weiterführende Informationen zum Trockenmauerbau finden Sie bei (4) und (5).



- Seite 6 -
Biotope im Süd-Westen
Lebensraum Trockenmauern



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Webseiten
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Nach oben (2) ziegel.de - DIN1053>>> Zuletzt besucht: 27.02.2012
Nach oben (3) www.naturschutz-zaberfeld.de - Trockenmauern>>> Zuletzt besucht: 27.02.2012
Nach oben (4) www.frischer-windt.de . Trockenmauer>>> Zuletzt besucht: 27.02.2012
Nach oben (5) www.dega-galabau.de - Trockenmauern zwischen Baukultur und Pfusch >>> Zuletzt besucht: 27.02.2012

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